Artikel 10 — Der Aufbau des Programms

Artikel 10 — Das Programm

AUFBAU — ES GIBT KEINE VORGESCHRIEBENEN HUFSCHLAGFIGUREN. Der Teilnehmer wählt frei, welche Lektionen er zeigt und wo er sie platziert. Die Wahl der Gangarten ist frei; nichts zwingt dazu, alle drei zu nutzen. Es gibt keine Pflicht zur Symmetrie.

GEFORDERTE ELEMENTE — Ein Turnier kann ein oder mehrere geforderte Elemente enthalten, die mit dem Turnier angekündigt werden. Ein gefordertes Element muss im Programm vorkommen, doch der Teilnehmer kann es frei platzieren und nach Belieben in seine Choreografie einbinden.

Diese Formel führt nicht die Aufgabe wieder ein: Sie schreibt weder Linien noch Reihenfolge noch Ort vor. Sie stellt nur sicher, dass die Paare einer Kategorie an derselben Anforderung gemessen werden. Sie zeigt auch jedem Reiter, woran er noch arbeiten muss: Ein Pferd, das für die Piaffe begabt ist, aber keine Wechsel in kurzen Abständen zeigen kann, erweist sich als unvollständig.

TURNIERFORMEL — Jedes Turnier wird als Turnier mit freier oder mit vorgegebener Musik angekündigt (Artikel 11), mit oder ohne geforderte Elemente.

DAUER — von 3 Minuten bis höchstens 4 Min. 30.

Die Zeit zählt von der ersten bis zur letzten Bewegung des Pferdes. Die Musik zählt nicht mit: ein Einstieg über einige Töne, ein Ausblenden oder eine Stille am Ende benachteiligen niemanden.

Die Dauer liegt ganz beim Teilnehmer. Die Musik kann gekürzt werden (Artikel 11), und nichts zwingt dazu, sie bis zum Ende zu nutzen. Eine Überschreitung ist also nie ein Missgeschick in der Bahn: Es ist eine Entscheidung, die vor dem Aufsitzen getroffen wird. Sie wird als solche sanktioniert (Artikel 17).

NUTZUNG DER BAHN — Das Programm entfaltet sich über die ganze Fläche und variiert die Linien. Die Mitte wird den Rändern vorgezogen. Die Hauptelemente werden an verschiedenen Stellen der Bahn gezeigt.

EINKLANG MIT DER MUSIK — Das Programm verläuft im Einklang mit der gewählten Musik und dem Thema. Das Pferd muss synchron zu ihr arbeiten. ES MUSS TANZEN. Der Rhythmus der Musik muss zu den Gängen des Pferdes passen, und ihre Phrasen sollen so gut lesbar wie möglich sein.

DAS PAAR — Das gesamte Programm wird zu Pferd geritten. Der Reiter darf den Sattel nicht länger als 5 Sekunden verlassen und sich keinesfalls von seinem Pferd trennen. Eine Passage am Boden, ein Absteigen oder eine Sequenz zu Fuß gehören zum Voltigieren oder zur Pferdeshow, nicht zur Künstlerischen Dressur.

Der Reiter kann Tanzbewegungen — Arme oder Beine — in der Bewegung wie im Halten einsetzen, wenn die Choreografie es erlaubt.

BEGINN UND ENDE — Gruß und Campo, statische Lektionen, dürfen nur zu Beginn oder am Ende des Programms gezeigt werden, um den Tanz nicht zu unterbrechen.

VERBOTEN — Es ist verboten, das Pferd sitzen oder liegen zu lassen.

Diese beiden Lektionen sind aus unterschiedlichen Gründen ausgeschlossen, und keiner ist technisch.

Ein liegendes Pferd vermittelt das Bild eines kranken, besiegten Pferdes — oder Schlimmeres. Die Künstlerische Dressur will festlich sein: Sie zeigt ein tanzendes Pferd, nie ein Pferd am Boden.

Ein sitzendes Pferd ist eine einfache, humoristische Lektion, die dem Pferd gegenüber oft respektlos wirkt. Sie gehört zur Show, nicht zu einer Disziplin, die die Schönheit der Bewegung bewertet.

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